Osterhase

Warum der Osterhase die Eier versteckt

Die Geschichte des beliebten Langohrs
Zu Ostern bringt der Osterhase die Eier! Doch das war nicht immer so. Erfahren Sie mehr über die Geschichte des Osterhasen.

DIE GESCHICHTE DES OSTERHASEN

Zu Ostern bringt der Osterhase die Eier – keine Frage! 
Doch das war nicht immer so. Erfahren Sie mehr über die Geschichte des Osterhasen und stimmen Sie sich schon auf das Osterfest ein!

Der Osterhase und seine Geschichte

Die genaue Herkunft des Osterhasen ist nicht klar – es kursieren mehrere Versionen über seinen Ursprung.

Eine Erzählung spricht vom Osterhasen, der das Ergebnis eines misslungenen Ostergebäcks war. Auch heute noch hat sich die Tradition bewährt, dass Brot und Kuchen in einer Lämmerform gebacken werden. Dieser Geschichte nach hat sich das Gebäck in der Lämmerform so verformt, dass es wie ein Osterhase aussah. Eine andere Erklärung dafür ist, dass der griechischen Göttin der Liebe namens Aphrodite und der germanischen Göttin der Fruchtbarkeit Ostera jeweils der Hase als heiliges Tier zugewiesen wurde.

In Byzanz war der Hase in der Tiersymbolik außerdem ein Symbol für Christus

Am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes wird Ostern gefeiert. Der Hase gilt auch als Mondtier und könnte deshalb in Verbindung zum Osterfest stehen. 

Vermutlich kommt die Tradition aber eher aus dem protestantischen Brauch, Ostereier zu suchen der sich im 19. Jahrhundert besonders in städtischen Gegenden entwickelt hat. Angeblich wollten die Protestanten ihre Kinder nicht mit dem katholischen Brauch des Fastens bekannt machen, wodurch sie zur Erklärung den Osterhasen erfanden. Denn zur Fastenzeit häuften sich viele Eier an, die verwertet werden mussten. So wurde der Osterhase erfunden, der die Eier bunt anmalte und sie für die Kinder versteckte. 

Zum ersten Mal richtig erwähnt wurde der Osterhase von Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau im Jahr 1682 in seiner Dissertation „De ovis paschalibus – von Oster-Eyern“. Darin beschreibt er den in Deutschland üblichen Brauch, dass der Osterhase Eier im Garten versteckt und Erwachsene und Kinder diese zum Spaß suchen. Er bezeichnete den Osterhasen, der die Eier versteckt als Fabel für Einfältige und Kinder. Der Grund für sein Schreiben war, die Menschen vor einem zu hohen Verzehr von Eiern zu warnen. Seit dem 19. Jahrhundert hat der Osterhase bis heute einen festen Platz in unserer Kultur eingenommen.




Konkurrenz für den Osterhasen


Aber nicht immer versteckte der Osterhase die Eier für Jung und Alt. 

Im 16. Jahrhundert legte in Tirol die Osterhenne die Eier, in Schleswig-Holstein, Thüringen und Wallonien der Hahn. 

Im bernischen Emmental, im Kanton Zug und im Kanton Luzern brachte der Kuckuck die Ostereier. 

In Thüringen war der Storch dafür verantwortlich, in Westfalen teilweise auch der Fuchs.

Warum der Osterhase sich durchsetzen konnte

Der Osterhase konnte sich letztendlich als Symboltier für Ostern behaupten. Doch warum wurde es eigentlich der Hase? 

Grund dafür ist unter anderem seine Fruchtbarkeit und das Paarungsverhalten in der Zeit vor Ostern. Ein Hase kann bis zu 20 Jungen pro Jahr auf die Welt bringen. Aber auch das Verhalten der Hasen trug dazu bei, dass ihnen das Eierverstecken zugeschrieben wurde. Feldhasen verharren ruhig in einer Mulde und hoppeln bei Gefahr in letzter Sekunde davon. Die Stellen, an denen die Hasen zuvor gelegen sind, wurden als Platz der Eierablage interpretiert. 

Eine weitere Erklärung war außerdem, dass die ausgehungerten Hasen im Frühling in die Gärten und Dörfer kamen, um Nahrung zu suchen. Aufgrund des unüblichen Verhaltens der Tiere, die ansonsten die Nähe zum Menschen mieden, entwickelte sich der Glaube, dass sie zu Beginn des Frühlings in die Gärten kämen, um Eier zu verstecken. 

Auch das Dreihasenbild steht unter dem Verdacht, für den Brauch des Eier versteckenden Osterhasen verantwortlich zu sein. Das Dreihasenbild war seit dem 18. Jahrhundert ein bekanntes Motiv, mit dem Ostereier gern bemalt wurden. Durch die kreisförmige Anordnung der Hasen, die insgesamt mit nur drei Ohren dargestellt wurden, entstand der Eindruck, dass jeder Hase drei Ohren besitzt. 

Dieses Bild gilt als Symbol für die Dreieinigkeit und kann als Erklärung gesehen werden, warum der Osterhase als Überbringer der Ostereier angesehen wird.


Der Osterhase in anderen Kulturen

Unser Osterhase ist auch international bekannt. Deutschsprachige Auswanderer sind für die weltweite Verbreitung verantwortlich. Vor allem in den USA erfreut sich der Osterhase als „Easter Bunny“ großer Beliebtheit. 

In Australien gibt es neben dem „Easter Bunny“ auch den „Easter Bilby“ (Bilby = großer Kaninchennasenbeutler) – eine bedrohte Tierart. Durch den Verkauf von Schokoladenbilbys wird Geld für die Erhaltung der Tierart gesammelt. 

In Skandinavien hingegen werden Sie den Osterhasen verzweifelt suchen. Dort bringt nämlich kein Hase, sondern die Osterhexe die beliebten Ostereier. 

Auch in Frankreich ist der Osterhase weitgehend unbekannt. Nur im Elsass nahe zu Deutschland bringt der Osterhase die Eier. Ansonsten sorgt der Osterfisch für Spaß im Frühling. Der Poisson d’Avril (zu Deutsch: April-Fisch) wird in Papierform von Kindern am 1. April an die Rücken von so vielen Erwachsenen wie möglich befestigt. Das Ganze soll eine Art Aprilscherz sein.

Geschenkideen, die glücklich machen

  




Der Osterhase heute


Heute ist der Osterhase ein beliebtes Symbol für das Osterfest und wird gern in Form von Schoko-Osterhasen verschenkt. Aber auch eine Osterpinze in der Gestalt eines Hasen kommt sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern gut an und eignet sich gut für das heurige Osternest. 

Wir zeigen Ihnen, wie Sie so einen Osterhasen ganz einfach selbst backen können!

OSTERPINZE IN HASENFORM

Sie benötigen 1kg Mehl (glatt), 50g Germ, 200g Butter, 10g Salz, 150g Zucker, 8 Eidotter, 250ml Milch, Vanillezucker, Zitronensaft, 2 Eidotter zum Bestreichen und 1 Ei zum Bestreichen.

So geht's:

  • Bereiten Sie einen Germteig zu. Dazu setzen Sie ein Dampfl an: Geben Sie etwas Mehl in eine Schüssel, drücken Sie eine Mulde hinein und bröckeln Sie den frischen Germ in diese Mulde. Gießen Sie handwarme Milch dazu und streuen Sie etwas Zucker darüber. Decken Sie das Ganze zu und lassen Sie es an einem warmen Ort gehen.
  • Weist die Oberfläche Risse auf ist das Dampfl bereit, um weiterverarbeitet zu werden. Mischen Sie alle übrigen Zutaten dazu und verarbeiten Sie alles zu einem glatten Teig.
  • Schlagen Sie den Teig zusammen, danach lassen Sie ihn noch einmal gehen und kneten ihn anschließend noch mal gut durch. So wird das Gebäck später besonders flaumig. 
  • Nun müssen Sie den Teig in die Form eines Osterhasen bringen. Nehmen Sie ein etwa 100g schweres Stück, formen Sie es zu einer Wurst und drehen Sie diese in eine Schnecke ein. Lassen Sie ein Ende als Fuß und das andere Ende als kurzen Schwanz vorstehen. 
  • Formen Sie ein weiteres kleineres Teigstück zu einer Kugel und drücken Sie diese etwas flach. Schneiden Sie das Ganze bis zur Hälfte mit einer Schere ein und formen Sie Ohren daraus. Setzen Sie den geformten Kopf auf den Körper und setzen Sie eine Rosine als Auge auf den Kopf. 
  • Belegen Sie das Backblech mit Backpapier, legen Sie die Hasen auf das Blech und bestreichen Sie das Gebäck mit Ei. Streuen Sie außerdem Hagelzucker darüber. 
  • Lassen Sie die Hasen an einem warmen Ort noch einmal aufgehen. Und backen Sie sie anschließend bei 180°C etwa 15 Minuten.

Der genaue Ursprung des Osterhasen bleibt zwar ungeklärt, sicher ist allerdings, dass er neben den vielen bunten Ostereiern auch viel Freude für Groß und Klein bringt. 

Wir wünschen Ihnen ein frohes Osterfest und einen braven Osterhasen!

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